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PROJEKTDATEN

  • Garmisch Partenkirchen
  • Deutschland
  • Architekt :
    Terrain loenhart&mayr
  • 2006/2007
  • Bauherren :
    Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen
  • Ingenieurbüro :
    Objekt- und Tragwerksplanung: Mayr | Ludescher | Partner
  • Fotograf :
    1,2,9-11 ©Terrain
    3-7 ©ArcelorMittal
    8 © Mayr | Ludescher | Partner
  • WWW

TECHNISCHE DETAILS

Olympiaschanze Garmisch-Partenkirchen


Eine 490 Tonnen Stahlfachwerkkonstruktion eingehüllt in eine transluzente Polycarbonat - Fassade: das ist das neue, freitragende Anlaufbauwerk der großen Olympiaschanze Garmisch-Partenkirchen. Für die Aufsprungbrücke wurden Cofrastra Verbunddeckenprofile von ArcelorMittal verwendet.

Bereits 1934 wurde die erste 70 m Schanze in Garmisch Partenkirchen für Olympia 1936 eingeweiht, 1950 wurde der 38 m hohe Anlaufturm errichtet. Seitdem gab es keine einschneidenden Veränderungen in der Schanzenanlage. Mit Ablauf des Schanzenzertifikats erwies es sich daher als notwendig, die gesamte Anlage zu modernisieren um sie an die heutigen Maßstäbe dieses Skisports anzupassen. Nach dem traditionellen Neujahrsspringen im Jahr 2007 wurde der alte Turm abgerissen und eine komplett neue, moderne K125 Anlage errichtet.

Die Neugestaltung bestand unter anderem in der Verlegung des Schanzentisches um 12 m nach oben. So wurde unter dem oberen Bereich des Aufsprunghanges Raum geschaffen, wo ein neuer Funktionsbereich entstand. Die Erdarbeiten im Bereich des Schanzenvorbaus waren damit auf ein Minimum reduziert. Ein zweigeschossiger Sprungrichterturm mit Trainer- und Aussichtsebene wurde etwas weiter unten errichtet.

Optischer Mittelpunkt der gesamten Anlage ist der 50 m hohe, freitragende Anlaufturm, eine Stahlfachwerkskonstruktion eingehüllt in 2 400m2 transluzente Polycarbonatplatten. Während das Gebäude bei Tageslicht weißlich-transparent erscheint, verwandelt es sich bei Nacht in eine weithin leuchtende Skulptur in der Berglandschaft. Im Schanzenkopf befinden sich Medien- und Aussichtsplattformen sowie ein Wärmeraum, nach oben gelangt man in einem neuartigen Schrägaufzug.

Eingeweiht wurde die neue Olympiaschanze nach nur ca. 8 Monaten Bauzeit im Rahmen des Continental Cups am 21. Dezember 2007.

Architektonisches Konzept
Das Architekturbüro Terrain:loenhart&mayr ließ sich für den Entwurf der neuen Olympiaschanze von der Topographie des Gudibergs und der hügeligen (Vor-) Alpenlandschaft inspirieren – die wellige Linienführung verleiht dem Bauwerk sein einzigartiges Aussehen.
Der Schanzenneubau vereint Ästhetik mit Funktionalität, verschiedene Bereiche wie Zugangs- und Lieferzonen sind vollkommen in das dynamische Design integriert.

Die Formgebung der neuen Anlage soll auch auf die Beschleunigung und die damit verbundenen Risiken des Skispringens anspielen, bei dem die Bewältigung der Schwerkraft im Zentrum des Bestrebens steht.

Konstruktion und Montage
Der Anlaufturm wurde als räumliche Stahlfachwerkkonstruktion mit kontinuierlich gekrümmten Gurten aus Doppel-T- Profilen errichtet, insgesamt wurden 490 Tonnen Stahl verbaut. Das hangseitige Drucklager ist flach gegründet, das talseitige Zuglager mit Federlamellen aus hochfestem Feinkornbaustahl ist über Bodenanker verankert.

Die vorgefertigten Stahlbauteile wurden am Boden zusammengeschraubt oder -geschweißt, es entstanden Einzelteile von bis zu 16 t und 22m Länge.

Der weitgehend verkleidete und ausgebaute Anlaufturm wurde schließlich 35º hochgeklappt.

Die Aufsprungbrücke wurde als Stahlverbundkonstruktion gebaut und wiegt 115 Tonnen, ArcelorMittal lieferte dafür Cofrastra Stahldeck.

Der Sprungrichterturm, eine zweigeschossige Holzkonstruktion mit 33 Tonnen Stahltragwerk, ragt waagrecht 22m aus dem Steilhang heraus und verfügt über Funktionsräume und eine große Aussichtsplattform. Das Trainerpodest besteht aus einem 8 Tonnen Stahltragwerk.

Für die Montage wurde 2 Hochbaukräne (mit 50 und 70m Ausladung), 2 Mobilkräne (bis 160t, 70m Höhe), 3 Hubsteiger mit Montagebühne (40m, 30m und 17m Höhe) und 2 Betonpumpen (58m Ausladung) eingesetzt.

Bauwerkszahlen:
Länge Anlauf 103,50 m
max. Steigung Anlauf 35°
Höhe Schanzenkopf über Gelände 55 m
Höhe Schanzenkopf über Stadiongrund  144m
Länge Aufsprung (Tisch bis U-Pkt.)  203 m
Steigung bis 37,2° (76%)
Höhe über Gelände 14,7 m
Schanzentisch über Gelände 17,90 m
Schanzentisch über Stadiongrund 88 m

Brücke für Schanzentisch-Vorplatz mit Auffahrtsrampen und Aufsprung:
Höhe über Gelände bis 13,75 m
Breite bis 19,50 m
Nutzlast 30 t

Fassade Anlaufbauwerk Polycarbonat-Platte 2400 m²
Erdbewegung zur Geländemodellierung 18.000 m³

Gründung und Hangstabilisierung:

Anker und Verpresspfähle mit bis zu 20 m langen Litzenankern und 12 m langen Verpresspfählen 2.000 m
Stahlbeton 1.200 m³
Betonstahl 210 t

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