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PROJEKTDATEN

  • Toulouse
  • Frankreich
  • Architekt :
    Vasconi associés architectes
  • Bauherren :
    Conseil régional Midi-Pyrénées
  • Ingenieurbüro :
    Iosis Süd West
    Ingenieurbüro:
    HQE: Patmo/Franck Boutté
  • Bauunternehmen :
    Landschaftsarchitektur: Acte 2 paysage
    Metallbau:
    Serin & fils
  • Fotograf :
    ©Iosis, ©Vasconi, ©P.Engel

TECHNISCHE DETAILS

Gymnasium Gallieni


Das ehemalige Gymnasium Gallieni, das durch die Explosion der Chemiefabrik AFZ vor sieben Jahren zerstört wurde, hat nach seiner vollständigen Rekonstruktion zum Schuljahr 2008 wieder die Pforten für seine Schüler geöffnet. Nicht nur aufgrund seiner Größe, sondern auch wegen seines Symbolcharakters: dieses Projekt stand von Beginn an für die Umsetzung einer nachhaltigen Bauweise. Dank der Vorteile von Stahls, der im  Tragwerk, den Decken und der Verglasung vorhanden ist, konnten zahlreiche technische, umweltrelevante und ästhetische Probleme gelöst werden, mit denen das Projekt konfrontiert war:

- Vorfertigung und saubere Baustelle
- Große Spannweiten und einfache Nutzung
- Thermische, akustische und visuelle Behaglichkeit
- Wirtschaftlicher Materialeinsatz und stabile Kosten

Die Erneuerung eines Großteils des Gymnasiums Gallieni in Toulouse ist ein schönes Beispiel der Stahlarchitektur mit einem industriellen Charakter, konzipiert nach umweltverträglichem Ansatz.

Der Einsatz einer Stahlkonstruktion hat vor allem einen „sauberen“, trockenen und kurzen  Bau ermöglicht, da man hauptsächlich vorgefertigte Elemente einsetzte, wodurch die Lärm- und Schmutzbelästigung auf der Baustelle reduziert werden konnte.

Man hat sich der Vorteile des Stahls zum Nutzen gemacht, um ein Gesamtbauwerk zu schaffen, das effizient in seinem Betrieb ist und dem Nutzer beträchtliche Qualitäten bietet: die großen Spannweiten in den Werkräumen setzen riesige Räume frei, die Elemente mit durchbrochenen Strukturen führen zu einer fließenden Raumwahrnehmung, die überwiegend verglasten Fassaden lassen vorrangig natürliches Sonnenlicht einstrahlen, die gelenkigen Sonnenschutzsysteme richten sich je nach Einwirkungsgrad der Sonneneinstrahlung aus, die Untersicht der Platten Cofradal 200 bilden direkt die Decke…etc.

Die bevorzugte Wahl von zusammensetzbaren anstelle von geklebten oder versiegelten Elementen entspricht der einfachen Wiederverwertung am Ende der Lebenszeit des Gebäudes.
Die architektonische Lösung und die  Bauweise setzen ein deutliches Zeichen nach der Katastrophe in diesem Teil von Toulouse.

Das Bauprojekt

Bei der Explosion der AFZ-Fabrik im September 2001 wurde das am Rande von Toulouse liegende Gymnasium Gallieni zum großen Teil zerstört. Die Instandsetzung und Erneuerung dieses polyvalenten berufsbegleitenden Gymnasiums, mit Schwerpunkt Transport und Automechanik, war Gegenstand eines Wettbewerbs. Durch die komplette Renovierung war es möglich ein Exempel im Hinblick auf die Umwelt zu statuieren und eine hochklassige Bildungseinrichtung zu schaffen, die gleichzeitig „kompakt und zeitgenössisch“ ist.

Die verschiedenen Gebäude dieses neuen Gymnasiums verteilen sich über ein 11 Hektar großes Gelände, das einen Fußgängerpark mit einer Fläche von 21.400 m² umfasst, der sich zum Stadtviertel hin öffnet. Dieses Grundstück in Nähe des Flughafens Toulouse-Blagnac wird am westlichen Rand durch die Rocade und im Osten durch die Garonne abgegrenzt. Die Unterrichtsräume, denen ein Restaurant und das Dokumentations- und Informationszentrum angefügt sind, konzentrieren sich am Ostteil des Grundstückes, während die 14 Dienstwohnungen entlang der Straße angeordnet sind. Das Internat mit mehr als dreihundert Plätzen ist im ehemaligen, komplett sanierten und umgestalteten Gymnasium Françoise untergebracht. Insgesamt bedeutet dies 41.000 m² Nettogeschossfläche, darunter 15.000 m² Werkstatt.

Eine Stahlarchitektur im Dienst der Umwelt

Mit der geplanten Aufnahme von mehr als 1400 Schülern wurde das neue Gymnasium auf eine Weise errichtet, die qualitativ hohen Umweltanforderungen gerecht wird und den Ansatz des nachhaltigen Bauens vertritt. Seine Stahlkonstruktion trägt ganz besonders zu diesem Zwecke bei, sowohl auf der Produktionsebene der Elemente und beim Baustellenablauf, als auch beim Betrieb des Gebäudes.
Aufgrund der geographischen Lage des Gymnasiums widmete man der akustischen und thermischen Behaglichkeit besondere Aufmerksamkeit. In der Tat, die Nähe zum Flughafen und die Lärmbelästigungen, die dieser mit sich bringt, haben die Architekten dazu bewegt, Lösungen zu finden um diese negativen Einflüsse auf ein Minimum zu  reduzieren. Die Wärme- und Lichtzufuhr wurden sorgfältig geplant, damit diese ganzjährig auf gleichem Niveau und gleich bleibender Qualität liegen. Die Ausrichtung des Gebäudes, die Anordnung der Säle und Werkräume, sowie die Behandlung der Fassaden und Dachflächen stehen mit dieser Studie im Einklang. Außerdem tragen der Einsatz von erneuerbaren Energien und die Aufsammlung des Regenwassers ebenfalls dazu bei, den Verbrauch von fossilen Energien und Wassers in beträchtlichem Maße zu verringern.

Die Einrichtung setzt sich aus zwei Teilen zusammen, die dem Unterricht – technische Bildung und Allgemeinbildung- gewidmet und untereinander in Nord-Süd Ausrichtung angeordnet sind. Ergänzt wird es durch ein Gebäude mit der Bezeichnung „Piste“, welches entlang der Probestrecken in nächster Lage zum Fluss angesiedelt ist.
Diese 300 Meter lange Verkehrsachse bildet die Hauptachse des Gymnasiums. Ihr schließen sich einerseits die Werkräume und andererseits die Schulgebäude, die im Kamm angeordnet sind, sowie das Dokumentations- und Informationszentrum an.

Die Werkräume/Ateliers

Die Wahl eines Stahlgerüstes gewährleistet große Spannweiten, um unter Dach freie Rauminhalte zu erhalten. Diese Räume sind dank eines Sheddachsystems mit natürlichem und homogenen Licht ausgestattet, vier mal sechs Meter, entlang der Werkräume, deren verglaster oberer Teil nach Norden ausgerichtet ist. Peripher angeordnete Zwischengeschosse beherbergen die Kurs- und Zeichenräume.
Von Außen erscheinen die Werkräume wie eine Aneinanderreihung von Sheds, die mit Aluzinc® Platten verkleidet sind, im Südgiebel geschlossen und an der Nordseite vollständig verglast mit Sicht auf einen Garten. Zwischen den fünf Werkräumen liegen vier Gärten.
Das Tragwerk der Werkräume besteht aus Trägern/Stützen, die im Norden an den leichten Fassaden aus Glas und im Süden mit Stahlblechen verbunden sind, sowie entlang der Hauptverkehrsader an eine Mauer angeschlossen sind. Das Stahldach besteht aus geneigten Fachwerkbindern mit einer Spannweite von 42 Metern und 4 Metern Höhe. Jeder Knoten des Binders trägt eine zweifach gekrümmte Pfette mit 9 Metern Spannweite. Um dem Gebäude einen industriellen Charakter zu verleihen, wurde die gesamte Konstruktion sichtbar belassen.  Die gleichmäßig beleuchtete Umgebung ähnelt der von Künstlerateliers.

Die Galerie

Als Hauptachse des Gebäudes ist diese auch ein wichtiges Element des Projektes. Sie erstreckt sich über drei Geschosse, um einerseits die Werkräume und andererseits  die Unterrichtsräume zu verbinden.
Die Galerie bildet somit den Raum des funktionalen und visuellen Austausches. Sie wird durch die „Fenster“ rhythmisiert, die sich zu den im Osten liegenden Gartenhöfen und im Westen zu den Klimagärten hin öffnen.
Die Verglasung, die sich über die gesamte Länge erstreckt, ist mit 2000 m² Photovoltaikplatten ausgestattet und produzieren den jährlichen Stromverbrauch des Gymnasiums. Sie wird getragen von einer Reihe von Halbträgern aus Stahl mit einer Tragweite von 8,20 m, mittels sichtbarer IPE 600 Träger, die stellenweise durchbrochen wurden um das Tragwerk leichter zu machen.
Ein Grünstreifen aus Bambus über die gesamte Höhe macht die drei Ebenen der Aufteilung wahrnehmbar, er verläuft entlang der Werkräume. Im ersten Obergeschoss erfolgt die Erschließung in Form eines Übergangs, der sich auf einer Seite an ein Feld Rundsäulen stützt und auf der anderen Seite an der Betonschale der Werkräume mit geneigten Stahlrohren aufgehängt ist. Im zweiten Obergeschoss erfolgt der Verkehr über einen Laufgang, der die Hauptgebäude erschließt.
Die vertikalen Verkehrswege – Treppen, Rampen, Aufzüge – verbinden die verschiedenen Geschosse.

Die Hauptgebäude der Bildungseinrichtung und die Verwaltungsräume

Fünf Stück an der Zahl, erstrecken sie sich über drei Geschosse (EG + 2) und sind um die Klimagärten angeordnet.
Sie stammen alle aus dem gleichen Konzept mit einer Träger/Stütze- Stahltragkonstruktion und leichten Cofradal 200 Platten (Trapezbleche, Dämmung und Betondecke). Die Konstruktion ist sichtbar belassen, die Strömungen sind sichtbar, die Deckenuntersicht bildet die Decke, die Beleuchtung ist integriert. In der Wand sind Elco Blöcke angebracht.  Es wurden keine Sandwichpaneele sondern Verbundelemente verwendet, die am Ende der Lebenszeit einfacher zu recyceln sind.
Die mit Glas überdachten Gärten bieten Raum zum Atmen und ermöglichen die Aufheizung der Räume. Die Verglasung liegt generell auf einem Trägerkasten aus Blech mit 3,5 mm Stärke auf, der mit einem Kastenträger mit einer Spannweite von 15 Metern und einer Höhe von 1,40 Metern ausgesteift ist. Er verfügt im oberen Teil über eine Rinne, die das Regenwasser auffängt und es an das Wartungspersonal weiterleitet. In Form eines asymmetrischen Vs dient sie als Auflager an beiden Nebenkonstruktionen der Überdachung der Gärten: oben für die Verglasung und unten für das Sonnenschutzgitter.

Text: Eve Jouannais

Architekten: Architekten Vasconi associés(mandataire)/Claude Vasconi und Thomas Schinko; LCR Architekten
Webseite Agence Vasconi

Produkte ArcelorMittal:
- Cofradal 200 
Produkte AMCS
Träger, Stützen
- Aluzinc

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