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PROJEKTDATEN

  • Saint-Gély-du-Fesc
  • Frankreich
  • Architekt :
    Frédéric Jauvion
  • August 2009
  • Bauherr:
    Privat
  • Ingenieurbüro:
    Profil du Futur ArcelorMittal (Tragwerk) Base (Betonfundament)Icofluides (Energieplanung)
  • Bauunternehmen:
    Pro Eco Bat
  • Fotograf:
    Frédéric Jauvion

TECHNISCHE DETAILS

Haus B in Saint-Gély-du-Fesc


Öko-Konzeption in Stahl: Leichtes Tragwerk, leistungsstarke Gebäudehülle, funktionelle Raumaufteilung, Vorfertigung und schnelles Bauen bei wettbewerbsfähige Preisen – das ist „Haus B“!

Das Haus B, entworfen für eine vierköpfige Familie, ist das Ergebnis der Wahl eines Leichtbausystems, das ein Tragwerk aus dünnem Profilstahl mit hoher Elastizitätsgrenze mit verschiedenen Materialien für die Isolierung, Teilung und Verkleidung kombiniert. Auf diese Weise ist es möglich, ein Niedrigenergiehaus mit architektonischem Design zu einem konkurrenzfähigen Preis zu erzielen.

Das Haus wurde von Promotelec zertifiziert und erhielt das BBC Effinergie –Label (Niedrigenergiehaus-Zertifikat). Das es schon im Planungs- und Bauphase von ADEME (Agence de l’environnement et de la maîtrise de l’énergie) und der französischen Region Languedoc-Roussillon für ein Projekt der Energiebewertung ausgewählt worden war, war das Gebäude bereits von Anfang an mit Messgeräten ausgerüstet, die Genaueres über sein wärmetechnisches Verhalten verraten.

Ein bioklimatisches Prinzip
Um den maximalen Nutzen aus den Klimabedingungen des Standorts nahe Montpellier (Südfrankreich) ziehen zu können, hat sich der Architekt für eine bioklimatische Bauweise entschlossen, die sich in der Raumaufteilung, der Anordnung der Fensteröffnungen und der Ausrichtung der Räume manifestiert.

Dieser Entwurf wird begleitet von der Auswahl leistungsstarker Baumaterialien. Sonnenkollektoren für Warmwasser auf dem Dach vervollständigen die gewählten Maßnahmen zur Reduzierung des Verbrauchs an fossiler Energie.

Mit einer Netto-Geschossfläche von 205 m2, von denen 170 m2 bewohnbar sind, ist es auf dem oberen Teil eines nach Süden leicht abschüssigen, 900 m2 umfassenden Gelände errichtet. Der Wohnbereich besteht aus einem Hauptvolumen im Erdgeschoss, das senkrecht zum Hang steht. Er umfasst zwei Schlafzimmer mit einem Bad und einem WC und die Gemeinschaftsräume.

All diese Räume haben einen direkten Zugang zu einer breiten Terrasse, die das Haus auf der ganzen Länge seiner Südfassade begrenzt. Das Obergeschoss, das für das Elternschlafzimmmer, ein Bad, ein WC sowie ein Büro am Eingang im Zwischengeschoss reserviert wurde, stellt ein zweites Volumen dar. Etwas kleiner als das Erdgeschoss, steht es senkrecht zu diesem und besitzt eine Auskragung von 2,40 Meter auf der Südseite. Ein drittes, ebenerdiges Volumen beherbergt die Garage; sie ist beim Eingang an der Nordfassade im rechten Winkel an das Haus gebaut.

Schatten- und Lichtspiele
Die Schlafzimmer und die Gemeinschaftsräume sind nach Süden ausgerichtet, während die anderen Räume Richtung Norden blicken.  Im Erdgeschoss stellen das Wohnzimmer, das Esszimmer und die Küche eine nicht unterteilte Gesamtheit von Räumen dar, die sich dank ihrer Verkettung und ihrer Tageslichtbeleuchtung unterscheiden.

Im Vergleich zur Küche, die sich zur Terrasse hin durch ein großes Glasfenster von 6 Metern Breite vollkommen öffnet, ist der Aufenthaltsraum mit zwei großen Fenstertüren zur Süd- und Westfassade ziemlich geschlossen. Die Küche und ihre Verlängerung zur Terrasse wird vor der Sommersonne durch den Überhang des oberen Stockwerkes geschützt, der gleichzeitig die Landschaft einrahmt.

Vor jeder Öffnung schützen Schiebeläden mit Drehlamellen das Haus vor zu direkter Sonneneinstrahlung. Dank der Öffnungen an den vier Fassaden erfolgt - zusätzlich zur vorgeschriebenen künstlichen Belüftung - eine natürliche Belüftung und trägt zur Schaffung einer angenehmen Atmosphäre im Inneren des Hauses bei.

Eine leistungsstarke Hybridstruktur
Das Tragwerk aus Stahl, das auf Basis des  Bausystems StyltechTM von ArcelorMittal geplant wurde, stimmt mit der Architektur des Hauses und seiner Wirtschaftlichkeit überein. Verwirklicht mit dünnen Multibeam-Profilen aus verzinktem Stahl mit hoher Elastizitätsgrenze, deren versetzter Mittelsteg ihre Starrheit erhöht, konnte diese Konstruktion auf leichteren Gründungen aus Beton errichtet werden als dies bei einer traditionellen Lösung der Fall ist.

Die Profile werden nach einem laufenden Raster von 60 Zentimetern montiert, was den Dimensionen der anderen Bauelemente, z. B. der Teilungsplatten, entspricht, die für die innere und äußerliche Verkleidung der Mauern benutzt werden. Zwischen den tragenden Stellen erreichen die Spannweiten hier bis zu 7 Meter. Die Abstimmung des Rasters mit den Dimensionen der Verkleidungsplatten ermöglicht es, Letztere direkt auf der Konstruktion zu befestigen, ohne dass ein zweites Tragwerk notwendig ist.

Die Verzinkung des Stahls schützt vor Korrosion, und die Verbindung von Wandgipsplatten mit dem Metalltragwerk gewährleistet die verlangte Feuerbeständigkeit.

Auf der Innenseite wurden die Gipskartonplatten auf die Metallständer geschraubt, zwischen denen Mineralfaserdämmstoff eingesetzt wird. Auf der Außenseite überdeckt die Verkleidung die Isolierung, die auf OSB-Platten (Oriented Strand Board oder Spanplatte mit Ausrichtung der Späne) befestigt wird, die direkt auf die Profile geschraubt werden. Das Prinzip der Außenisolierung, die systematisch mit dieser Art von Bausystem verwirklicht wurde, erlaubt Wärmebrücken zu vermeiden und somit eine bessere Effizienz zu erzielen. Außerdem sind die Versorgungsnetze in die Mauern und Decken integriert.

Dieser Tragwerkskomplex erlaubte es dem Architekten, die Gebäudehülle sehr frei zu gestalten. So hat er beschlossen, das Volumen des ersten Stockwerkes durch eine Verkleidung aus Rotzedernholz (Red Cedar) hervorzuheben, die lattenzaunähnlich angebracht wurde, was mit dem  Fassadenputz des Erdgeschosses kontrastiert.

Die Profile werden hauptsächlich mit Bohrschrauben montiert und nur punktuell, bei erhöhtem Bedarf für Widerstand und Stabilität, durch Verschrauben.  Beim Glasfenster der Küche zum Beispiel bringt die Unterbrechung des Rasters auf 6 Metern und die Auskragung des überhängenden Obergeschosses beiderseits größere Lastverschiebungen mit sich.

Ein Teil der Dächer begrünt, während jene über den Kinderzimmern und der Garage tragende Decken sind und künftige Anbauten aushalten können. Aber auch dort erfordert das eine besondere Festigkeit, die bei der Konzeption berücksichtigt worden sein muss. So sind die Deckenträger und Dachstreben, ebenso wie einige vertikale Elemente mittels doppelter Profile verwirklicht worden und ein als Röhre ausgeführter Zwischenständer - das einzige sichtbare Zeichen der Stahlkonstruktion - vervollständigt das System.

Industrialisierte Verfahrensweise, beherrschbare Kosten
Die Gesamtheit der Bauteile wird industriell vorgefertigt, was sowohl einen sehr beachtlichen Zeitgewinn für den Bau als auch eine spürbare Beherrschung der Kosten darstellt.

Die Planung der Konstruktion per PC erlaubte es, alle besonderen Punkte sogar vor dem Start der Baustelle mit einer sehr großen Zuverlässigkeit zu verwalten. So wurden die Profile vorgefertigt und zusammen mit einem Montageplan zum Standort geliefert. Wegen des geringen Gewichts der Elemente und des einfachen Zusammenbaus wurden die Arbeiten manuell und ohne große Hebemaschinerie von wenigen Arbeitern - bis zu fünf im Falle dieses Hauses - in einer sehr kurzen Zeit ausgeführt.

Von den acht Baustellenmonaten war weniger als ein Monat für die vollständige Montage der Struktur notwendig gewesen.

Schließlich, vom Umweltgesichtspunkt betrachtet, verursachte dieser trockene Baustellentyp - vom Betonfundament abgesehen - wenig Belästigung für die Nachbarschaft, wenig zu entsorgenden Abfall und äußerte sich in ziemlich komfortablen Arbeitsbedingungen für die Arbeiter. Und Stahl ist zu 100% endlos wiederverwertbar.

Auf der Grundlage von Standardelementen realisiert, ist das Haus Teil einer besonderen Architektur mit seinen Volumen und seinen großzügigen Öffnungen, die es ihm erlauben, die Sonne und das Licht angenehm zu genießen.

Text: Eve Jouannais

Frederic Jauvion
ADEME

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