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PROJEKTDATEN

  • London
  • Großbritannien
  • Architekt:
    Design: Anish Kapoor & Cecil Balmond
    Architektur: Ushida Findlay Architects
  • 2010 - 2012
  • Bauherrr:
    London Legacy Development Corporation
  • Ingeneursbüro:
    ARUP
  • Fotos:
    ArcelorMittal

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  Indaten® Wetterfester Stahl
  Die offizielle Website von ArcelorMittal Orbit

ArcelorMittal Orbit


Das Wahrzeichen der Olympischen und Paralympischen Spiele 2012 und neue Touristenattraktion in der englischen Hauptstadt wurde rechtzeitg nach einem Jahr Bauzeit fertiggestellt. Mit 114,5 Metern Höhe ist das Orbit, entworfen von Künstler Anish Kapoor und Bauingenieur Cecil Balmond, die höchste Skulptur Großbritanniens. ArcelorMittal spendete den Stahl für das geschwungene, rote Stahlfachwerk.

Gelegen im Olympischen Park in Stratford, zwischen den Olympischen Stadion und dem Wassersportzentrum, ist das ArcelorMittal Orbit als permanente Installation die an die Olympischen Spiele 2012 erinnern werden und zur einer langfristigen Aufwertung des Ostlondoner Bezirks Stratfords beitragen soll.

Zwei Aussichtsplattformen mit einer Kapazität von je 150 Personen bieten den Besuchern einen Panoramablick auf den umliegenden Park und die Londoner Skyline. Zwei Aufzüge im Inneren des Haupttragwerks werden die Besucher zu den Plattformen bringen, aber auch eine Wendeltreppe mit 455 Stufen kann für den Auf- und Abstieg  benutzt werden.

Im Mai 2012 wurde die Skulptur eingeweiht und der London Legacy Development Corporation übergeben. Nach den Spielen und einer kurzen Umbauphase zur Anpassung an seine neue Funktion wird das Orbit für die Öffentlichkeit als Touristenattraktion im Sommer 2013 wiedereröffnet werden.

2000 Tonnen Stahl von ArcelorMittal Werken auf der ganzen Welt, mehr als 60% aus wiederverwertetem Material

Das Tragwerk des Aussichtsturms, das aus einer kontinuierlich geschwungenen Fachwerkkonstruktion aus Stahlrohren besteht, wurde aus Stahl von ArcelorMittal gefertigt. Der Großteil des Materials wurde in den Werken der Firma in Westeuropa hergestellt, ein symbolischer Anteil wurde jedoch von allen Kontinenten in denen der Stahlproduzent aktiv ist, geliefert. Ziel war es, damit den olympischen Geist zu erfassen, der die Spiele als globale Veranstaltung sieht: Menschen aus aller Welt kommen nach London sich miteinander zu messen.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Bau der Olympischen Einrichtungen war die Forderung der Olympic Delivery Authority, ein Minimum von 50% an wiederverwendetem Material einzusetzen. Um diese Anforderungen zu erfüllen, wurde mehr als 60% des verwendeten Stahls aus recyceltem Schrott in den Elektrolichtbogenofen der Werke in Esch/Belval, Luxemburg und Sestao, Spanien, hergestellt.

Das ArcelorMittal Orbit ist ein ikonisches Vorzeigeprojekt für die Vielseitigkeit von Stahl als Baustoff: nur Stahl ermöglichte die Umsetzung des ausgewählten Designs, dank des minimalen Materialeinsatzes in Verbindung mit der maximalen Festigkeit des Materials.

Die Idee
Im Jahr 2009, bei einer flüchtigen Begegnung in einem Umkleideraum beim Weltwirtschaftsforum in Davos, präsentierte der Bürgermeister von London, Boris Johnson, Lakshmi Mittal, Generaldirektor von ArcelorMittal, seine Idee einer Skulptur aus Stahl für den Olympia-Park. Lakshmi Mittal, der seit 1997 in London lebt, war begeistert von der Idee und sah darin eine Gelegenheit, der Stadt London und den Olympischen Spielen etwas Besonderes zu stiften.

Bald darauf wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Von den 50 eingereichten Entwürfen wurde das Konzept des Künstlers Anish Kapoor und des Bauingenieurs Cecil Balmond ausgewählt.

Der Entwurf – zwischen Architektur und Kunst
Der Name “Orbit” geht zurück auf den Arbeitstitel, den Kapoor und Balmond dem Entwurf dieser gewundenen Konstruktion gaben.

Die Skulptur ist eine kreative Repräsentation der Olympischen Spiele und der physischen und emotionalen Anstrengungen der Athleten und Athletinnen. Wie die Spiele verfügt die geschwungene Konstruktions über einen Anfang und ein Ende, mit seinem Auf und Ab symbolisiert der Verlauf allerdings die kontinuierlichen Herausforderungen und das Streben nach Verbesserung der Leistung.

Das Hauptinteresse von Kapoor und Balmond liegt in  Geometrie und Formen und wie diese Konstruktionen entstehen lassen können. Ihre unterschiedlichen professionellen Hintergründe lassen sie diesen Prozess aus zwei vollkommen unterschiedlichen Perspektiven sehen: Während Architektur heutzutage noch größtenteils zweidimensional gesehen wird, beziehlt die Kunst in der Skulptur auch die dritte Dimension mit ein – und im Orbit werden diese beiden Perspektiven vereint.

Die Dimensionen dieser Skulptur und seiner assymmetrischen Form verlangt modernste Technik beim Bau und Know How auf höchstem Niveau. Dennoch war es das Ziel der beiden Designer, die Poetik der Konstruktion hervorzubringen und die Betrachter die damit verbunde Ingenieurkunst und das Baumaterial vergessen zu lassen. Das Orbit soll als Kunststück “erlebt” werden.

Sie stellen es in Vergleich mit den Athleten: Was wirklich zählt ist nicht die Zeit des Trainings und der Vorbereitung für die Olympischen Spiele, sondern die erreichten Resultate.
Die Konstruktion, zusammengesetzt aus unaufdringlichen Elementen, will die Besucher in die Form, Farben und Refelxion miteinbeziehen und lädt zur Beteiligung der Öffentlichkeit ein.

Die Verwirklichung dieses ehrgeizigen Projekts wurde einerseits durch die technischen Experten und Ingenieure von ARUP ermöglicht, andererseits waren es die Architekten von Ushida & Findlay, die das Design weiterentwickelten, um das Orbit in ein öffentliches Gebäude zu verwandeln, das als solches allen Bau- und Sicherheitsvorschriften entsprach. Des weiteren lag es an Kathryn Findlay, eine grundlegende Ausgewogenheit zwischen der künstlerischen Vision und der architektonischen Zweckmäßigkeit zu finden.

Bau
Die Teile der Konstruktion, die in Bolton, Lancashire, hergestellt wurden, wurden  in LKWs zur Baustelle gebracht. Das Bauteam vor Ort bestand aus nur 4 bis 6 Personen, darunter ein technischer Experte von ArcelorMittal, der das Projekt von Anfang an begleitet hatte.

Die Konstruktion wurde vor Ort verschraubt, schwere Elemente mit einem Kran gehoben.

Mit dem Bau des ArcelorMittal Orbits gingen zahlreiche technische Herausforderungen einher. Als Kunstwerk mit seinen assymmetrischen Formen glich kein Bauteil dem anderen, aufgrund dessen traten einige Entwurfs- und Bauprobleme auf, die es normalerweise in der Architektur nicht gibt.

Die Stahlkonstruktion wurde bereits Ende Oktober 2011 fertiggestellt, nach einem Jahr Bauzeit. Mit seiner Höhe von 114,5m ist das Orbit Großbritanniens höchste Skulptur und überragt sogar die Freiheitsstatue von New York um 22m.

Die Konstruktion besteht aus 366 Verbindungknoten in Sternform, jeder 4 m groß. Insgesamt wurden 35.000 Schrauben zur Verbindung der Elemente verwendet. 19.000 Liter roter Lack (RAL 3003) verleihen dem ArcelorMittal Orbit seine charakteristische Farbe.

Ein Tilgungsschwinger verleiht der Konstruktion die notwendige Stabilität: 2 Stahlklumpen hänge wie 2 Pendel von einem Rahmen, die Pendelkonstruktion wiegt 40 Tonnen, das komplette Tragwerk der Skupltur 1.000 Tonnen.

Der Stahl für Rohrkonstruktion wurde in der Güte S355J2H hergestellt, aber ArcelorMittal hat auch Bleche und Platten, Träger, Stangen und Kabel für das Fundament und andere Teile der Skultptur hergestellt. Der Kern des Gebäudes wurde aus Indaten® Platten (wetterfester Stahl) mit Stärken von 10-20 mm gefertigt, die von Industeel in Belgien, Teil der ArcelorMittal Gruppe, hergestellt wurden.

Das ArcelorMittal Orbit ist eine einzigartige Kreatition irgendwo zwischen Skulptur und Architektur, eine Herausforderung für das modernste Bauingenieurswesen. Als Aussichtsturm und Kunstwerk wird es sowohl die Bewohner von London als auch Besucher aus der ganzen Welt anlocken und auch nach Olympia 2012 an diesen globalen Wettkampf erinnern und die Londoner Skyline bereichern.

Text: Constructalia

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