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PROJEKTDATEN

  • Udine
  • Italien
  • 2013
  • Architekt:
    L+ Partners, Mailand
  • Ingenieurbüro:
    Studio d’ingegneria Suraci, Udine – Ing. Giuseppe Suraci
  • Bauherr:
    ATON per il progetto S.r.l.
  • Bauunternehmen:
    Siram S.p.A., Rizzani de Eccher S.p.A.,
    CPL Concordia Soc. Coop., AR.CO. Lavori S.C.C.
  • Fotograf:
    Ing. Giuseppe Suraci

TECHNISCHE DETAILS


  Tragwerk
  Schnitt SFB Träger
  Produktkatalog: SFB Träger

Dienstleistungszentrum und Labors des Santa Maria Misericordia Spitals in Udine


Das Zentrum für Dienstleistungen und Labors des Santa Maria Misericordia Spitals in Udine ist ein Beispiel für den Einsatz von innovativer Stahl- und Beton-Verbundkonstruktion in einer erdbebengefährdeten Region. Das Gebäude beherbergt Laboratorien für verschiedene Forschungsbereiche wie pathologische Diagnose und klinische Analyse und bietet Bereiche für spezialisierte Pharmaindustrien.

Das Gebäude, mit einem rechteckigen Grundriss von 64 x 74 m, verfügt über 4 Geschosse, das oberste ist eine technische Etage. Der kompakte Baukörper, ein Parallelepiped, hat zwei zentrale Innenhöfe. Entlang des Gebäudeumfangs, im metallenen Portikus der Fassade, verläuft ein Wartungssteg. Der äußere Teil der Fassade besteht aus 2 Lagen: eine innere Blendfassade aus Emaillierglas mit Fenstern und eine äußere Verkleidung aus Streckmetall, die Schatten spendet. Diese Metallverkleidung wurde so dimensioniert und positioniert, dass in allen Jahreszeiten optimale Sonneneinstrahlung garantiert ist.

Die 4 Treppenhäuser befinden sich entlang der kurzen Seite des Gebäudes, während die Aufzüge, die landschaftsgärtnerisch gestalteten Innenhöfe und die Toiletteneinrichtungen symmetrisch in der Gebäudemitte angeordnet sind.

Das Haupttragwerk besteht aus einem zentralen Kern aus Stahlbeton, der als erdbebensicheres Aussteifungssystem dient, und einem Tragwerk aus Stahl- und Betonverbundelementen für die Vertikallasten. Die Decken sind selbsttragende Spannbeton-Fertigelemente, die vor Ort endbearbeitet wurden. Die Träger sind  kontinuierlich in die Stützen eingespannt und verbunden an den  Nullmomenten.

Während des Baus wurden die Deckenplatten nur durch das Stahltragwerk gestützt.

Nach der Erhärtung des Betons zeigen die Träger das für eine Verbundkonstruktion typische Verhalten auf. Die konstruktive Lösung, die für das Deckensystem eingesetzt wurde, ist das von ArcelorMittal entwickelte SlimFloor-System. ArcelorMittal Commercial Long Italy hat in diesem Fall auch das Designteam in der Entwurfsphase mit technischem Knowhow unterstützt.

Der Schlüssel der SlimFloor Lösung liegt im assymetrischen SFB Träger bestehend aus einem H-Profil, dessen Unterflansch breiter ist als der obere. Dies erreicht man durch das Anschweißen einer Stahlplatte unter den Unterflansch, um zu ermöglichen, dass die Deckenplatten darauf aufliegen können. An den Steg geschweißte Kopfbolzendübel stellen eine perfekte Verbindung mit dem vor Ort gegossenen Beton sicher. Die Träger wurden bereits im Fertigungszentrum für die Verbindung mit den Stützen angearbeitet.

Die vertikalen Tragwerkselemente bestehen aus Verbundstützen, zusammengesetzt aus teilweise vor Ort einbetonierten H-Profilen. Diese Betonbeschichtung erhöht die Tragfähigkeit der Profile und schützt sie gegen Feuer.

Die Profile wurden an ihren Stegen mit Kopfbolzendübel ausgestattet, die sowohl das Verrutschen der beiden Materialien als auch das Knicken der Platten, deren Stege mit Beton beschichtet sind, verhindern.  Die Stützen wurden bereits für die Knotenverbindungen mit den Trägern vorbereitet. Dies wurde besonders vom Bauunternehmen (Rizzani de Eccher) geschätzt, da die Bauzeit im Vergleich zu traditionellen Betontragwerken um ca. 25% reduziert werden konnte.

Als die Bauzeit dem Ende nahte, wurde die Verringerung der konstruktiven Einschränkungen sowohl für horizontale als auch vertikale Tragwerkselemente augenscheinlich - was im Endeffekt zum Merkmal des Gebäudes wurde.

Dank des Einsatz von Stahl- und Beton-Verbundlösungen wie SlimFloor war es nicht notwendig, zusätzliche Deckenträger einzubauen. Auf diese Weise wurde die Verlegung von technischen Installationen erleichtert und die Geschosshöhe konnte maximiert werden.

In ähnlicher Weise konnte durch die Verwendung von Verbundstützen in Stahlgüte S355M eine allgemeine Verringerung der Stützengrößen (von 0,8% to 0,25% der Gesamtoberfläche) erreicht werden, was in diesem Fall zu einem Nutzflächengewinn von insgesamt 25 m2 führte.

Die konstruktiven Lösungen, die beim Bau dieses Gebäudes eingesetzt wurden, ermöglichten auch Materialeinsparungen beim Feuerschutz, wenn man in Betracht zieht, dass die Verbundlösung über einen intrinsischen Feuerwiderstand von bis zu R 90 verfügt. 

(Gekürzte, übersetzte & adaptierte Version des Artikels von Ing. Giuseppe Suraci: "Prefabbricazione strutturale negli edifici civili")

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