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PROJEKTDATEN

  • Toronto
  • Kanada
  • Architekt :
    Alsop Architects and Robbie/Young + Wright Architects
  • 2004
  • Bauherren :
    Ontario College of Art & Design
  • Ingenieurbüro :
    Carruthers & Wallace Ltd. MCW Consultants Ltd. Cansult Engineers & Project Managers.
  • Bauunternehmen :
    PCL Constructors Canada Inc.
  • Fotograf :
    Richard Johnson

TECHNISCHE DETAILS


  Ost - Aufriss
  Nord - Aufriss
  Quer - Aufriss
  Längs-/Querschnitt
  Wand Querschnitt

Ontario College of Art & Design (OCAD)


Das Projekt der Agentur Alsop Architekten für das Ontario College of Art & Design (OCAD) in Toronto, das in Zusammenarbeit mit der Agentur Robbie/Young + Wright entworfen wurde, erhielt vor seiner Beendigung bereits den Preis des Royal Institute of British Architects für das beste Gebäude.

Diese unglaubliche Struktur in Form eines Parallelepipeds (9 m x 31 m x 84 m) gleicht einem "erhobenen Tisch". Seine Fassade ist weiß mit schwarzen Pixels, erhebt sich 26 m über den Boden der alten Einrichtungen der Schule und stützt sich auf zwölf Träger aus mehrfarbigem Stahl. Die neue Einheit umfasst zwei Säle, deren Nutzung als Vorlesungsräume und Werkstätten vorgesehen ist.

Eine neue Eingangshalle bildet ihre Verbindung mit dem alten Gebäude. In dieser reformierten Halle befinden sich die Aufzüge und das Treppenhaus, die Verbindungselemente beider Gebäude. Außerdem besitzt die Halle eine neue Glasfassade einer Gesamthöhe von vier Stockwerken und einen Ausstellungsraum, der sich, ausgehend vom zweiten Stock, über drei offene Stockwerke erstreckt.

Die Studenten können den neuen Saal zur Vorstellung ihrer Arbeiten nutzen, aber er soll auch ein Zentrum für soziale Veranstaltungen der Schule sein, der über eine Galerie, ein Auditorium, eine Cafeteria und ein angeschlossenes Konferenzzentrum verfügt.

Das Originalprojekt gewährt dem OCAD zusätzliche 2615 m2 Fläche und stellt gleichzeitig eine Verbindung zwischen der Fakultät, der Straße und dem Grange-Park her. Die Wiederherstellung der Umgebung kommt dem Park zugute, der möglicherweise ein Ort für künstlerische Veranstaltungen sein wird.

Diskussion und Absprache
Nach der Nominierung des Projekts wurde das Ausgangskonzept dieses Bauvorhabens in einer Reihe von Gesprächen von Hill Alsop mit der Fakultät und einem Team von Beamten und Studenten entworfen. Die Gruppe analysierte die Architektur und die konventionellen Vorstellungen von der Lehre und vom Lernen und versuchte, das Bild und das Gesicht der Fakultät für Kunst und Design neu zu bestimmen.

Unter der Vielfalt der Ansichten zu den bearbeiteten Themen kristallisierten sich einige gemeinsame Ideen heraus und man bestimmte die folgenden Kriterien und Richtlinien: Die Fakultät müsse sich der Öffentlichkeit zuwenden, ihr etwas bieten und ihr Interesse wecken; außerdem solle man die Einrichtungen mit Versammlungsräumen innerhalb und außerhalb der Gebäude ausstatten. Weiterhin war man der Ansicht, man solle die Bewegungsmöglichkeiten im Hauptgebäude verbessern, Räume entwickeln, wo die Studenten verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten und ihre Ergebnisse vorstellen und ausstellen können, aber ebenso flexible Bereiche, die sich gemäß den jeweiligen Anforderungen ausstatten lassen. Schließlich solle man die Fakultät in den Park, in die Umgebung und in die Nachbarschaft integrieren und ihr eine nationale und internationale Ausrichtung verleihen.

Diese Ideen wurden in die endgültige Projektstruktur integriert: eine frei schwebende Struktur - ein erhobener Tisch mit einem Muster aus Pixels in "schwarz auf weiß", der sich auf Trägern über den alten Bauwerken erstreckt. Ebenso verbesserte man die nicht sehr effiziente Anordnung der alten Gebäude und organisierte die Wege um einen neuen Haupteingang herum, der den Zugang zum Ausstellungssaal freigibt.

Außerdem wurden auch die Anwohner und die Stadt Toronto in die fortgeschrittenen Phasen des Projektes miteinbezogen: Als der Architekt Alsop die Struktur des "erhobenen Tisches" vorstellte, wurden sie in die Fakultät eingeladen. In der darauf folgenden Diskussionsrunde hörte man die verschiedenen Meinungen an, besprach Ideen und tauschte sie aus.

Diese Veranstaltung band alle Bewohner im Geiste der Zusammenarbeit in das Projekt ein. Die Idee des "Tisches" wurde unter den Anwohnern schnell beliebt, denn sie beeinträchtigte ihre Sicht auf den Grange-Park nicht.

Das Projekt
Der erhobene Tisch wird in ihrer Kernzone von den sechs Säulenpaaren aus Stahl getragen, welche die Hauptstruktur des Gebäudes bilden und den Boden an zufällig gewählten Orten berühren. Die verschiedenfarbigen Träger sind von gleichem Durchmesser. Fünf von ihnen sind schwarz gestrichen, um ihnen ein besonderes, feines Aussehen zu verleihen und einen optischen Eindruck zu erzielen, der die Pfeiler nachts weniger sichtbar sein und sie "verschwinden" lässt.

Im extremen Klima von Toronto, wo die Winter sehr kalt und die Sommer heiß und feucht sind, ist ein Entwurf sehr wichtig, der den verfügbaren Raum optimiert und das gesamte Jahr über Nutzen und Komfort bietet. Daher entschied man sich für eine Doppelfassade, die eine natürliche Kühlung des Gebäudes zulässt, und ergänzte sie durch eine leuchtend -fluoreszierende Polycarbonatdecke.

Die Konstruktion
Eine der Hauptherausforderungen in der Bauphase bestand darin, sicherzustellen, dass die Fakultät während der Arbeiten an der Gebäudestruktur ihren Betrieb fortsetzen konnte. Wie bereits betont, verfügte dieses Bauprojekt aufgrund des begrenzten Grundstücks und der Nähe der umliegenden Gebäude über keinen großzügigen Bauplatz zur Lagerung der Materialien und Geräte.

Daher installierte man die gewaltigen Stahlträger - einige wiegen über 20 Tonnen - unmittelbar nach ihrer Ankunft an der Baustelle. Während die Bauphase hatten die Arbeiter originellerweise von innen die Gelegenheit, die Arbeiten zu betrachten, die über ihnen abliefen.

Wegen der Gebäudestruktur und der Herausforderung und Schwierigkeit beim Aufstellen der Tragesäulen und der PCL- Konstruktionen verglich man dieses Bauprojekt mit der Konstruktion einer Hängebrücke. Zuerst errichtete man die Kernzone, welche die Aufzüge und die Treppen beherbergt; darauf folgte die Stahlstruktur. Von der Übernahme des ersten Trägerpaares in der ersten Juliwoche 2003 bis zur Fertigstellung der Struktur des "erhobenen Tisches" im Oktober vergingen kaum achtzehn Wochen.

Die 29 Meter langen Tragepfeiler wurden in Werkstätten in 120 km Entfernung von der Baustelle hergestellt. Um ihren beachtlichen Durchmesser zu erzielen, waren Stahlrohre erforderlich, die man im Allgemeinen in der Ölindustrie verwendet.

Vor allem im unteren Gebäudeteil hatten die verantwortlichen Projektingenieure zusätzlich mit dem Faktor Wind zu kämpfen: Nach einigen Testläufen im Windtunnel stellte man fest, dass der "erhobene Tisch" bei bestimmten kontinuierlichen Strömungsverhältnissen im unteren Bereich eine zusätzliche Befestigung benötigte. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, entwarf und baute man im Inneren eine Sekundärstruktur.

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