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PROJEKTDATEN

  • Calgary
  • Kanada
  • Architekt:
    Fosters + Partners
    Zeidler Partnership
  • 2007 - 2013
  • Bauherr:
    H+R Real Estate Investment Trust
  • Ingenieurbüro:
    Yolles (Tragwerk)
    Kellam Berg (Hoch-Tiefbau)
    Cosentini (Mechanik)
  • Bauträger:
    Matthews Southwest Developments
  • Bauunternehmer:
    Ledcor Construction
  • Fotograf:
    Nigel Young für Foster + Partners

TECHNISCHE DETAILS


  Schnitt
  HISTAR®: hochfester Stahl
  W - Amerkanische Breitflanschprofile

The Bow


Mit 236 m Höhe ist The Bow von Fosters + Partners das höchste Gebäude im kanadischen Calgary.  Sein ikonisches, gebogenes Design mit den schräg verlaufenden Stahlträgern in der Fassade ist das Resultat von Klimaanalysen und trägt dazu bei, die Energieeffizienz des Hochhauses zu verbessern. ArcelorMittal hat Stahlprofile in hochfester Histar® Güte geliefert.

The Bow ist ein neues Wahrzeichen in der Skyline von Calgary und hat sowohl städtische, soziale und ökologische Bedeutung. Seine Form enstand durch genaueste Klimastudien des Standortes: nach Süden ausgerichtet, windet sich der Turm der Sonne entgegen um das Tageslicht und die Wärme auszunützen und die Bürofläche mit Blick auf die Rocky Mountains zu maximieren.

Durch die Ausrichtung der konvexen Fassade in die vorherrschenden Winde konnte die Tragwerksbelastung reduziert werden, was wiederum zur Reduktion der Quantität an Stahl für die schrägverlaufenden Stahlträger in der Fassade (external Diagrid) führte. Dieses externe Tragwerk besteht aus dreieckigen Stahlprofilen, die über 6 Geschosse laufen und dazu beitragen, die Höhe des Gebäudes optisch zu reduzieren.

Als erste große städtebauliche Entwicklung auf der östlichen Centre Street, einer wichtigen Verkehrsachse im Zentrum von Calgary, schafft dieses Hochhaus mit 58 Stockwerken eine Verbindung mit den Gebäuden in seiner Umgebung. An zwei Stellen verschmilzt es mit den überdachten Fußwegen der Stadt, die Schutz vor den rauen Wintern der Region bieten. Auch das 2. Obergeschoss ist der Öffentlichkeit zugänglich, Geschäfte, Restaurants und Cafés laden zum Verweilen ein.

Vor dem Gebäude definiert dessen Bogenform einen großen, öffentlichen Platz mit einer Skulptur von dem spanischen Künstler Jaume Plensa in der Mitte.

The Bow ist das größte kommerzielle Hochhaus in Kanada außerhalb von Toronto und wird von den Firmen Encana und Cenovus gemeinsam als Firmenhauptsitz genutzt. Insgesamt bietet der Büroturm 195.000 m2 obererdig und 6 unterirdische Geschosse (97.000 m2) mit Parkplätzen für bis zu 1375 PKWs.

Die Bürofläche wird von drei Skygardens durchbrochen. Diese liefern natürliche Belüftung und strecken sich über 6 Geschosse. Im nach innen geschwungenen Teil des Gebäudes wurde die Fassade nach Außen gezogen, um eine Reihe von Atria zu schaffen. Da diese über die komplette Gebäudehöhe verlaufen, agieren sie als klimatische Bufferzonen, die das Gebäude isolieren. Sowohl die Atria also auch die Skygardens tragen dazu bei, den Energieverbrauch des Gebäudes zu reduzieren.

Die Skygardens haben aber auch eine soziale Funktion: da jedes Geschoss eine Abteilung beherbergt, bestand die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit von Abteilungen und Firmen zu fördern. Die drei Skygardens, die in den Geschossen 24, 42 und 54 in die Atria hineinreichen, ermöglichen vertikalen Zugang zu den Büroflächen und sind mit Pflanzen, Sitzmöglichkeiten, Versammlungsräumen, Catering-Einrichtungen und Aufzügen ausgestattet. Im obersten Geschoss befindet sich ein Auditorium.

Das Stahltragwerk von The Bow
Aufgrund der Design- und Nachhaltigkeitsziele, der Geometrie des Gebäudes, des Fassadendesigns, der Raumplanung und der Ästhetik war die Wahl von Stahl als Material für das Tragwerk eine logische Entscheidung. Der Einsatz von hochfesten Stählen bot dazu zusätzliche Vorteile: kleinere, vertikale  tragende Stahlelemente erlauben leichtere Deckenbalken mit größeren Spannweiten, größere stützenfreie Bereiche für offene Räume, höhere Flexibilität in der Gestaltung - und natürlich wirtschaftlichere Gebäudegründungen dank des reduzierten Gewichts der Gesamtkonstruktion.

Charakteristisch für The Bow sind die schräg verlaufenden Stahlträger in den Fassaden, die als Teil des Tragwerks agieren und das Hybride System zum Widerstand der Querkräfte bilden ( hybrid lateral force resisting system - LFRS). Es besteht aus drei ausgesteiften Hauptrahmen entlang der Südseite und zwei an der Nordseite, kombiniert mit verstrebter Stahlrahmenkonstruktion. Drei konventionelle Sekundärverbandsysteme erhöhen die Steifigkeit des Turms, eines um den Hauptaufzugschacht und zwei entlang der Treppenhäuser in den beiden Gebäudeflügel.

Aufgrund seiner Lage südlich des Flusses Bow, war eine der städtebaulichen Richtlinien, das Gebäude niedrig genug zu halten, damit es im September-Äquinoktium keinen Schatten auf den Fluss wirft. Die Begrenzung der Höhe hatte Auswirkungen auf die Tragkonstruktion des Hochhauses: um die Höhe der Deckenbalken gering zu halten (unter 485 mm), wurde eine Reihe von Stützen im Inneren des Gebäudes hinzugefügt.

The Bow ist die größte Stahlrahmenkonstruktion in Kanada. Verbaut wurden insgesamt 39,000 Tonnen Stahl und ca. 84.000 m2 Glas. ArcelorMittal lieferte 4.900 Tonnen amerikanische W14x16 x145-730 Profile, von denen 3.320 Tonnen in der hochfesten Histar® Güte (ASTM A913-65) gefertigt wurden.

Das Plattenfundament war der größte, einmalige Betonguss in der kanadischen Baugeschichte. Der Unterbau ist 3 m stark und besteht aus 14.000m3 Beton, 400,000m3 Erde wurde dafür ausgehoben.

Nachhaltigkeit
Die Verfolgung nachhaltiger Ziele war ein wesentlicher Kernpunkt beim Entwurf des Gebäudes, sowohl das Tragwerk als die Nutzungsphase sollen zur Reduktion seines ökologischen Fusssabrucks beitragen.

Durch die Form des Hochhauses werden vorherrschende Winde abgelenkt, mit dem Resultat, eine leichterer Tragkonstruktion zu erlangen, was geringeren Materialaufwand für Tragwerk und Gründung mit sich führte.

Die Sonnenwärme wird in den Atria aufgefangen und durch das Jahr hindurch umverteilt - durch Extraktion im Winter und Wärmeaustausch im Sommer. Somit kann die Leistung der mechanischen Systeme reduziert werden.

Dank der großflächigen verglasten Bereiche kann auch die künstliche Belichtung verringert werden.

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