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PROJEKTDATEN

  • Utrecht
  • Niederlande
  • Architekt:
    Kraaijvanger
  • 2009 - 2014
  • Bauherr:
    Stadtverwaltung Utrecht
  • Entwicklung:
    NS Poort
  • Ingenieurbüro:
    Zonneveld Ingenieur
  • Stahlbauunternehmen:
    ASK Romein - Oostingh Staalbouw
  • Generalbauunternehmen:
    Boele Van Eesteren, G&S Bouw
  • Fotograf:
    1-4: © Stijn Poelstra, 5-7: © Kraaijvanger

TECHNISCHE DETAILS


  Schnitte und Details
  Produktkatalog: HD Breitflansch-Stützenprofile
  Produktkatalog: Histar®

Rathaus Utrecht


Das neue Rathaus von Utrecht, das teilweise über dem Hauptbahnhof der Stadt erbaut wurde, ist als vertikale Landschaft konzipiert. Einzigartig ist es nicht nur in seiner Form, sondern, aufgrund seiner komplexen Lage, auch in der Auslegung seines Tragwerks. ArcelorMittal lieferte Stahlprofile in Histar®.  

Das neue Rathaus von Utrecht, entworfen von Kraaijvanger Architecten, liegt an einem attraktiven, jedoch hochkomplexen Standort, nämlich teils neben und teils über des neuen Bahnhofs der Stadt. Ziel war es, von der öffentlichen Plattform über den Gleisen und Bahnsteigen sowohl einen Eingang in die Bahnhofshalle als auch ins Rathaus zu schaffen. Ein geplanter Bus- und Straßenbahnhof auf ebener Erde stellte weitere Herausforderungen bei diesem Projekt dar.

Architektur
Die drei unteren Stockwerke des Rathauses, gelegen zwischen Straßenniveau und der öffentlichen Plattform, beinhalten ein Parkhaus und die technischen Einrichtungen des Gebäudes. Zusammen bilden sie ein Podium auf einer Höhe von ungefähr 7,5 m. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, die Bereiche auf beiden Seiten der Gleise zu verbinden. Dies geschah durch einen zentralen "Boulevard", der entlang der Bahnhofshalle über den Gleisen "hängt" und sich nach Westen hin öffnet, im Bereich, wo das Rathaus und die Bahnhofshalle zusammenlaufen. Der Einhang zum Rathaus liegt an diesem zentralen Boulevard.

Die ersten Geschosse des Rathauses, ausgehend von der Plattform, beherbergen dessen öffentlichen Servicefunktionen. Drei Stockwerke (6, 11 und 21)  dienen als Begegnungsstätten (Plazas) und zeichnen sich durch ihre größere Raumhöhe aus. Die restlichen Geschosse beinhalten Büroflächen.

Die Form des Gebäudes ergibt sich aus der Kombination von drei verschiedenen Gebäudetypen: die öffentliche Eingangshalle mit einer Höhe von 5 Geschossen, der daran anschließende, rechteckige Gebäudeteil, der über der Bahnhofshalle verläuft, und die beiden getrennten Türme. Das Tragwerk baut auf relativ wenigen Stützen auf, die hohe Lasten abtragen. Aufgrund der Tiefe des Gebäudes konnten größere Leerflächen in Form von Atrien und Innenhöfen geschaffen werden, um optimalen Einfall von Tageslicht und eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu erreichen.

Die Architekten wollten vermeiden, dass das Rathaus - sei es auch nur durch seine Größe - zu einem Symbol der Bürokratie wird. Deshalb war es besonders wichtig, eine visuelle Verbindung zwischen den Arbeitsbereichen und dem öffentlichen Foyer zu schaffen und das Gebäude zur Öffentlichkeit hin zu öffnen. Dies kommuniziert eine Transparenz der Stadtregierung und lässt ein inspirierendes, offenes Gebäude entstehen.

Die relativ kleine Grundfläche des Rathauses hatte zur Folge, dass nicht alle öffentlichen Funktionen auf einem Geschoss untergebracht werden konnten. Stattdessen sind sie auf mehreren Stockwerken verteilt, die um ein großes Atrium herum angeordnet sind. Wichtig hierbei war die versetzte Anordnung der Geschosse (einige stehen hervor, andere sind zurückgesetzt), um unterschiedliche Sichtlinien und Blickwinkel entstehen zu lassen. Von der Eingangshalle blickt man auf einen subtropischen Garten und ein Fenster mit einer Höhe von vier Geschossen.

Das "Aufeinanderstapeln" der drei verschiedenen Gebäudeteile und die zahlreichen "Einschnitte" für den Einfall von Tageslicht führten dazu, dass jedes Geschoss unterschiedlich aufgebaut ist und somit über unterschiedliche funktionelle Möglichkeiten verfügt. Diese "Einschnitte" verbinden die Geschosse untereinander und lassen so eine vertikale Landschaft entstehen. Somit konnte die Transparenz des Gebäudes  erhöht und gleichzeitig seine Größe reduziert werden. Das öffentliche Foyer, die Außenflächen und die Arbeitsbereiche sind innerhalb des kompakten Layouts räumlich miteinander verbunden.

Tragwerk
Aufgrund seines komplexen Standorts musste ein besonderes Tragwerksdesign für das Rathaus entwickelt werden. Das Tragwerk folgt nicht einem herkömmlichen rechtwinkeligen Prinzip, sondern besteht aus höchst funktionalen Diagonalen, welche die vertikalen Lasten in die Fassade führen und dort auch sichtbar sind. Gemeinsam mit den Betonkernen des Nordturms garantieren diese diagonalen Elemente die Stabilität des Gebäudes.

Der Südturm, der genau über des Hauptbahnhofs gebaut wurde, wird nur von 5 großdimensionale Stützen getragen, die durch den Bahnhofsterminal verlaufen.  Eine komplexe 3D-Konstruktion überträgt die Lasten des Südturms in diese Stützen.

Stahl von ArcelorMittal
ArcelorMittal Europe – Long Products lieferte rund 8.000 Tonnen Walzprofile für das Tragwerk des Rathauses von Utrecht. 5.000 Tonnen davon wurden als HD Breitflansch-Stützenprofile in hochfesten Histar® 460 Baustählen geliefert, die durch ihre besonderen Eigenschaften effizientere und wirtschaftlichere Konstruktionen ermöglichen. 


Text: Kraaijvanger & Constructalia

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