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PROJEKTDATEN

  • Danzig
  • Polen
  • 2007 - 2013
  • Ingenieurbüro:
    EUROPROJEKT Gdańsk S.A.
  • Bauherr:
    Spółka Gdańskie Inwestycje Komunalne Sp. z o.o.
  • Bauunternehmen:
    SKANSKA S.A. (Generalbauunternehmen)
    ArcelorMittal (Stahlbau)
  • Fotos:
    mat. Gdańskie Inwestycje Komunalne, ArcelorMittal

TECHNISCHE DETAILS


  Gesamtzeichnung
  Querschnitt
  Produktkatalog: HL - Europäische Breitflanschträger mit besonders breiten Flanschen
  Produktkatalog: Histar® hochfeste Stähle

Brücken WD7 und WD8 an der Sucharski Strecke


Der Bau der Sucharski Strecke war Teil der Schaffung und der Modernisierung des Straßensystems von Danzig, die von 2007 bis 2013 durchgeführt wurde, um die Stadt an das nationale  (A1 und S7) und europäische (E75 und E77) Autobahnnetz in Polen anzubinden. Um die Stahlkonstruktionen der beiden Brücken zu optimieren, arbeiteten das Bauunternehmen SKANSKA S.A. und das Ingenieurbüro EUROPROJEKT Gdańsk S.A eng mit ArcelorMittal zusammen, insgesamt wurden 2.040 Tonnen Histar460 Walzprofile geliefert.

Die Brücke WD8 besteht aus zwei unabhängigen Konstruktionen, eine für jede Fahrrichtung. Die 11-Felderbrücke ist 390m lang, bei einer Breite von 10,6m, die zentrale Stützweite beträgt 40m, die restlichen je 25m. Das Objekt WD7 ist mit 170m Länge um einiges kürzer, jedoch etwas breiter mit 11,2m. Es handelt sich 5-Felderbrücken mit  Spannweiten von 30-40m. Die Längsträger beider Brücken wurden als Durchlaufträger geführt, die Fundamente bestehen aus zwischen 22 und 33m langen Pfeilern mit einem Durchmesser von 1,5m.

Die Brücken führen die Fahrbahn über Eisenbahnlinien und lokale Straßen und wurden als VFT Brücken (Verbund-Fertigteil-Brücken) in S355 mit einem Schlankheitsgrad von 25-28 konzipiert. Da die Gesamtfläche mehr als einen Hektar ausmacht, war die Wahl der Bauweise eine wichtige Entscheidung aus technischer und wirtschaftlicher Sicht. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit und der Hindernisse in Form der Eisenbahnschienen, entschied man sich für eine zentrale Spannweite von rund 40m und die Verwendung von vorgefertigten Elementen, da diese eine effizientere Lösung als Spannbeton darstellten.

HISTAR® Walzträger statt Blechträger
Statt der geplanten Blechträger in S355 entschied man sich, Walzprofile in hochfester Güte Histar460 zu verwenden, da dies viele Vorteile bringen würde: Walzträger reduzieren das Gesamtgewicht um 10% oder sogar mehr, wenn die Träger in ihrer Anarbeitung individuell für das jeweilige Projekt optimiert werden. Die 41 m langen, fertigen Träger wurden vor Ort geliefert, was jegliche Schweissarbeiten auf der Baustelle überflüssig machte. Insgesamt konnten auf diese Weise 80% der Schweissarbeiten eingespart werden. Die Verwendung von Walzträgern garantiert außerdem eine höhere Ermüdungsfestigkeit für eine Brücke dieser Art, darum sind baustatische Konzepte in Form von Rahmenkonstruktionen oder S460 Walzträgern von technischer und wirtschaftlicher Sicht gerechtfertigt. Die Walzprofile zeichnen sich im Vergleich zu Blechträgern durch eine geringere Oberfläche aus, so kann beim Korrosionsschutz 15-30% eingespart werden, was auch einen Vorteil für die Instandhaltung darstellt.

Für die Anforderungen dieses Projekts stellte das Walzwerk von ArcelorMittal in Differdingen (Luxemburg) im Juni 2011 137 Träger mit Längen zwischen 25 und 41m her. Dabei handelte es sich um HL1100 Profile, ein Profiltyp, der sich für den Brückenbau eignet. Nach der Vorverformung wurde die notwendigen Anarbeitung durchgeführt: Anschweißen der Stahlplatten für die Stützen, Kopfbolzendübel und auch der Anstrich wurde im Werk fertiggestellt. Dank dieser effizienten Produktionsvorgänge konnten die ersten Träger einbaufertig im August 2011 für die WD7 Brücke nach Danzig geliegert werden. Mit der Bahn wurden sie von Differdingen nach Danzig transportiert, dann auf der Straße bis zur Baustelle.

Fahrbahnplatte aus Beton
Im Falle der Brücken WD7 und WD8, wie bei den meisten VFT Trägerkonstruktionen in Polen, entschied die Baufirma, auf den Längsträgern eine vorgefertigte C40/50 Betonplatte zu montieren. Um die Fahrbahnplatte zu komplettieren, wurde dann Ortsbeton (C35/45)  ergänzt. Die Fertigteilplatten stellen ungefähr ein Drittel der Gesamtstärke der Fahrbahnplatte dar und dienen als Schalung für den Ortsbeton. Die Endarbeiten an der Fahrbahn wurden auf traditionelle Weise ausgeführt. Diese 3 Phasen-Ausführung war die Innovation beim Bau der Brücken und machte Montagetürme überflüssig.

Konstruktion der Stützweiten

Die Träger mit den Fertigteilbetonplatten wurden mit ein Kran eingebaut und erreichten ein Gewicht von 50 Tonnen. Die einzelnen Stützweiten wurden im Durchschnitt innerhalb einer Woche fertiggestellt.

Die Konstruktion der Stützweiten wurde im Juni 2013 abgeschlossen, die Brücken wurden im Oktober 2013 für den Verkehr freigegeben.

Zusammenfassung des gemeinsamen Textes von:
Riccardo ZANON, Oliver HECHLER, Wojciech OCHOJSKI– ArcelorMittal Long Carbon Europe
Paweł Klimaszewski - EUROPROJEKT
Wojciech Lorenc – Politechnika Wrocławska

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