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PROJEKTDATEN


  • Posen
  • Polen
  • Architekt:
    Toya Design & Magdalena Dzioba & Team
  • 2010 - 2012
  • Bauherr:
    Zentrum Kultury Zamek
  • Bauunternehmen:
    Skanska S.A
  • Fotograf:
    Photos 1-10: Maciej Kaczynski © CK Zamek w Poznaniu
    Photos 11-16: ArcelorMittal Construction Polska

TECHNISCHE DETAILS


  Cofrastra & Cofraplus Verbunddecken
  Cofra5: Designsoftware für Verbunddecken
  Arval Floor System Guide

Modernisierung des Kulturzentrums Schloss Posen


Das Neoromanische Residenzschloss in Posen, das 1910 für den Deutschen Kaiser Wilhelm II erbaut wurde, beherbergt  nun das Kulturzentrum der Stadt. Von 2010 bis 2012 wurde dieses im Inneren komplett umgebaut und restauriert - und den  Anforderungen einer modernen Einrichtung dieser Art angepasst.  Das Tragwerk wurde mit Cofraplus Verbunddecken von ArcelorMittal verstärkt.

Seit den 1960er Jahren wird das Schloss schon als Kunst- und Kulturzentrum der Stadt genutzt und bietet ein breitgefächertes Angebot rund um Musik, Theater, Film und bildende Künste. Doch die moderne Kunst verlangt moderne Ausstattung und Räumlichkeiten, und diese konnte das Schloss - unter anderem aufgrund seiner turbulenten Geschichte und den damit verbundenen halbherzigen Umgestaltungsversuche - nicht mehr bieten.

Im Jahr 2007 wurde daher ein Designwettbewerb zur Modernisierung des Schlosses Poznans ausgelobt, welchen TOYA Design und Architekt Magdalena Dzioba & Team für sich entscheiden konnten. Nach zweijähriger Auswertung im polnischen Ministerium für Kultur und Denkmalschutz wurde das Projekt "Umgestaltung des Thronsaalflügels des Zamek Kulturzentrums" 2010 unterschrieben.

Die Bauarbeiten begannen im Dezember 2010 mit der kompletten Demontage der Innenausstattung im Ostflügel des Schlosses. Vom Erdgeschoss bis Dachboden wurde das Tragwerk des Gebäudes freigelegt, welches zahlreiche Studien unterzogen wurde um seine Tragfähigkeit auszuwerten.

Im Zuge der Abrissarbeiten wurden Mauerfriese entdeckt, die zwischen der richtigen und der abgehängte Decke im Thronsaal versteckt waren. Sie wurden zur Restauration abgetragen und wieder angebracht, so auch der Kronleuchter im Rauchsalon und die Kassettendecke im Marmorsaal.

Eine besondere Überraschung hielt der Dachboden für die Arbeiter bereit: Beim Ausräumen fanden die Arbeiter im Schrott einen Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg: Die Granate musste vom Bombenentschärfungstrupps des Militärs entfernt werden.

Betonwände wurden abgerissen, das innere Tragwerk wurde komplett durch eine Stützen-Trägerkonstruktion aus Stahl ersetzt. Große Teil des Deckensystems wurden entfernt, andere wurden durch Verbunddecken ersetzt, die sich durch ihre höhere Tragfähigkeit der neuen Raumaufteilung anpassen. 

Cofraplus 60
Für das neue Verbunddeckensystem wurde Cofraplus 60 von ArcelorMittal eingesetzt. Das technische Beratungsteam von ArcelorMittal Construction Poland hat bereits in der Designphase mitgeholfen, die Lösung zu optimieren und individuell auf dieses Projekt abzustimmen.

Der Einsatz von Cofraplus lieferte eine Reihe an Vorteilen in diesem Projekt: Verbunddecken sind weitaus leichter als normale Betondecken, das war besonders wichtig aufgrund des begrenzten Tragvermögens der bestehenden Tragwerkselemente. Der Entwurf einer entsprechenden Stützkonstruktion der Bodenplatten ermöglichte es, auf das zeitaufwendige Prägen während des Betongießens zu verzichten. Außerdem können die Cofraplus Bleche ganz einfach und schnell händisch angebracht werden, ohne schwere Hebemaschinerie im Inneren des Gebäudes. Auf diese Weise konnte die Montage schneller und kostengünstiger ausgeführt werden.

Neues Design
Vom Flur des ersten Obergeschosses führt nun eine Treppe in der Form eines Halbkreises hinauf zu einer Zwischenebene, die mit einem 300 m2 großem Oberlicht aus Stahl und Glas gekrönt ist und an das Warschauer Shopping Centre Zlote Tarasy erinnert. Der Boden der Zwischenebene ist aus Glas.

Aufgrund seiner Funktion wurde das Gebäude innen komplett akustisch isoliert und sowohl die alten als auch die neuen Tragwerkselemente wurden mit Brandschutz ausgestattet.

Alle Räume, darunter der Thronsaal, der Kleine Saal und der Hauptsaal und die "Neue Bühne" wurden mit modernster Technik ausgestattet, um ein einzigartiges Erlebnis für die Besucher sicherstellen zu können.

Die Bauarbeiten wurden Ende November 2012 abgeschlossen, am 14. Dezember 2012 fand die offizielle Wiedereröffnung des Kulturzentrums von Posen statt.

Das Schloss im Laufe der Geschichte
Erbaut wurde das Schloss im Neoromanischen Stil von 1905 bis 1910 von Franz Heinrich Schwechten und war die Provinzresidenz von Kaiser Willhelm, dem König von Preußen und Großherzog von Posen. In 1918/19, nach dem Großpolnischen Aufstand, ging das Schloss in den Besitz der 2. polnischen Republik über und diente dem Staatschef und später den Präsidenten als Residenz. Teile des Schlosses wurden aber auch von der Universität und als Ministerium genutzt.

Nach 1939 mit der Besetzung Polens durch NS-Deutschland, begannen die Umbauarbeiten, es in Hitlers Residenz zu verwandeln. Große Teile des Schlosses wurden im Stil des Dritten Reichs umgebaut,  ein unterirdischer Bunker wurde unter dem Gebäude errichtet, 1943 wurden die Bauarbeiten jedoch gestoppt.

1945 diente es als Camp für Deutsche Kriegsgefangene, dann für die Polnische Heilsarmee. Die Kommunistische Regierung wollte es abreißen, da es als Zeichen der "Deutschen Besetzung" galt, aufgrund finanzieller Mittel wurden allerdings nur einige deutsche Symbole entfernt. Da das Rathaus von Posen im Krieg zerstört wurde, beschloss man, das neue Rathaus im Residenzschloss zu errichten. In den 1960er Jahren wurde das Schloss zum Kulturzentrum der Stadt und steht seit 1979 unter Denkmalschutz.

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