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PROJEKTDATEN

  • Bilbao
  • Spanien
  • Architekt :
    [baragaño]
  • März-Sepiember 2010
  • Bauherren :
    Puerto de Bilbao
  • Ingenieurbüro :
    Tragwerk: De Acero
  • Bauunternehmen :
    Grupo Imasa
  • Fotograf :
    Mariela Apollonio
  • WWW

TECHNISCHE DETAILS

Terminal für Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Bilbao


Die Konzeption des neuen Terminals in Stahl-Modulbauweise berücksichtigt sowohl die Möglichkeit eines Ausbaus als auch die eines kompletten Rückbaus, abhängig von den zukünftigen Bedürfnissen des Bauherren. Durch den Einsatz von im Werk vorgefertigter Bauelemente konnte die Bauzeit stark verkürzt werden. Die schwarzen, leicht strukturierten Mineralwollpaneele und verglasten Flächen der Fassade lassen interessante Lichteffekte und Farbwechsel entstehen.

Wie eine Skulptur entwickelt sich Gebäude aus einem orthogonalen Prisma aus Metall und erhebt sich über dem nahegelegenen kantabrischen Meer. Die weitere Gestaltung des Terminal besteht in der Aneinanderreihung von Containern, deren unterschiedliche Längen und Volumen dem Gebäude seine Form verleihen.

Es öffnet sich zum Meer hin in einer großen Fensterfront, die aufgrund der Anordnung der Module an einigen Stellen unterbrochen ist. In Richtung Süden, zur Stadt hin, ist das Gebäude weniger durchlässig und umschließt einen großen Vorplatz, der den Zugangsbereich darstellt.

Der Terminal verläuft auf einem einzigen Geschoss, obwohl im Gebäudeschnitt eine Reihe von Einschnitten zu erkennen sind, die auf große Oberlichten verweisen und so das Licht des Nordens einfangen.

Nach Vorbild der Werke der international berühmtesten baskischen Bildhauer, nimmt auch dieses Gebäude das architektonische Spiel mit Raum und Leere in sich auf: das Konzept des Terminals wird in einige Containern  aufgenommen und umgesetzt, in den anderen wurde die „Leere“ bewahrt: sie dienen als Wartesäle.

Warten. An einem Ort verweilen, an dem man Menschen oder andere Geschehnisse erwartet.

Geplant wurden verschiedene Räume für die unterschiedlichsten Arten des Wartens:
- ein großer, zentraler Wartesaal mit Deckenbeleuchtung, der den Blick auf das Meer freigibt.
- kleine, auf das Meer und die Stadt ausgerichtete Räume.
- eine gemütliche Lounge, die ewtas mehr Privatsphäre bietet
- ein Bereich mit Geschäften und einer kleinen Bar
- Außenflächen und Terrassen

Der Außenbereich wird dominiert von dem großen Vorplatz, der als Parkplatz dient, und beleuchtet von den Lichtrahlen, die das Gebäude durchdringen. Dies verleiht ihm Bedeutung und vermittelt trotz seines Standorts am Ende der Bucht städtische Nähe.

Auf dem Vorplatz halten die Autobusse, welche die Reisenden zu den Schiffen bringen oder abholen; Schiffe, die aufgrund ihrer Ausstattung und Kapazitäten von 1500 – 3000 Personen schwimmenden Städten gleichen und Bilbao zu einem wichtigen Verkehrknotenpunkt mit europäischen Städten auf dem Seeweg machen.

Die Konstruktion

Aufgrund der Notwendigkeit, das Gebäude in kürzester Zeit in Betrieb zu nehmen (das erste Kreuzfahrtschiff legte bereits 6 Monate nach der Ausschreibung des Projekts an), entschied man sich für eine industrielle Bauweise, die abhängig von den künftigen Bedürfnissen des Hafens von Bilbao sowohl Erweiterungen als auch Verkleinerungen des Terminals (bis hin zur kompletten Demontage) zulässt.

Das Tragwerk des Gebäudes beruht auf Modulen mit einer Breite von 4 m aus Walzprofilen, die im Werk vorgefertigt und vor Ort montiert wurden. Nur so war es möglich, die Bauzeit zu verkürzen und die Arbeitszeit zu optimieren, da die Arbeitsbedingungen nicht von klimatischen Faktoren etc. abhängig waren.

Die Fassade des Terminals besteht aus  Pflaum FI Steinwollpaneelen mit verdeckter Befestigung (Stärke 80 mm), schwarz beschichtet mit Hairultra 35, Farbe Graphit 4702, zusammengesetzt aus doppeltem Stahlblech (Stärke: 0,5 mm innen und 0,7 mm außen).

Die Paneele wurden in Modulen von 900 mm Breite vertikal angebracht, befestigt an einer Unterkonstruktion aus verzinktem Stahl. Aufgrund der Reflektion des Lichts in ihrer leicht strukturierten Oberfläche lassen sie das Gebäude je nach Tageszeit in unterschiedlichen Farben erscheinen.

Verwendet wurden Zwischenwände aus Gips 13N-13N / 70 / 13N-13N, die aus einer Doppelplatte 13 N bestehen und an beiden Seiten mit Stahlprofilen von 70 mm versehen sind. Alle 400 mm sind Stahlstützen angebracht. Die glatten Oberflächen der Platten eignen sich zum Lackieren und/oder Verfliesen. Die Innendämmung besteht aus aus Steinwolle e= 40 mm und d = 30 kg/m3. 

Die Dachkonstruktion der Module besteht aus IPE-160 Profilen aus Walzstahl, quer dazu sind in Abständen von ca. 600 mm bis 1200 mm verzinkte Stahlpfetten mit 2 mm Dicke angebracht.

Dem Dach, das von vielen Bereichen der Stadt und auch von den Decks der einfahrenden Schiffe aus gut sichtbar ist, kam besondere Bedeutung zu. Es wurde als fünfte Gebäudefassade gestaltet und kann – wenn in der Zukunft notwendig - begehbar gemacht werden.

Aufgrund der verschraubten Metallkonstruktion handelt es sich um ein zu 100 % demontierbares und recycelbares Gebäude. Aber nicht nur das: durch die Herstellung im Elektroofen weist der für dieses Projekt verwendete Stahl einem hohen Anteil an (mehr als 70 %) an recyceltem Material auf.

Text: Sergio Baragaño - b_architects

Fotos: Mariela Apollonio

Weitere Information:
Gesamtfläche: 1340 m2
Baukosten: 2.350.000 euros

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