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PROJEKTDATEN

  • Istanbul
  • Turkei
  • Architekt :
    Tekeli-Sisa Architecture Partnership
  • April 2008 - Oktober 2009
  • Bauherren :
    BOT Limak-GMR infrastructure-Malasian Airport
  • Ingenieurbüro :
    Structural and Seismic Design: ARUP Istanbul & ARUP Los Angeles
  • Bauunternehmen :
    Istanbul Sabiha Gokcen International Airport Build-Operate-Transfer Corp.
  • Fotograf :
    Istanbul Sabiha Gokcen International Airport Build-Operate-Transfer Corp.,
    Tekeli-Sisa Architecture Partnership,
    ARUP Istanbul

TECHNISCHE DETAILS

Internationaler Flughafen Istanbul Sabiha Gökcen


Der Sabiha Gökcen International Airport (SGIA) ist einer der beiden größten Flughäfen Istanbuls, der größten Stadt der Türkei mit einer Bevölkerung von mehr als 11 Millionen. Der neue Terminal ist das größte erdbebensichere Gebäude der Welt. Der Stahl, das wichtigste Baumaterial in diesem Projekt, wurde größtenteils von ArcelorMittal geliefert.

Der Standort des SGIA, der sich ca. 50 km nordöstlich vom Zentrum Istanbuls befindet, hat derzeit eine jährliche Beförderungskapazität von 5 Millionen Passagieren. Die GMR Infrastruktur, LIMAK und der malaysische Flughafen haben mit dem türkischen Verteidigungsministerium im März 2008 einen Vertrag über die Erweiterung, d. h. Planung, Erstellung und Inbetriebnahme von SGIA, unterzeichnet. Der neue Terminal für Inlands-  und internationale Flüge fertigt in der ersten Phase bis 2015 10 Millionen Passagier pro Jahr ab und anschließend, nach der Erweiterung des Terminals, bis zu 25 Millionen pro Jahr.

Das neue Terminalgebäude und seine Versorgungseinrichtungen haben eine Fläche von 320.000 m². Darin  integriert sind der Terminal für Inlands- und internationale Flüge, ein Hotel, ein neuer VIP-Terminal und verschiedene andere Flughafen-Versorgungseinrichtungen.

Erdbebensicheres Design
Auf Wunsch des Kunden wurden zwei Leistungsstufen für die Erdbebenanalyse des Terminalgebäudes definiert:

1. Das Gebäude wurde für die operationale Stufe geplant, d. h. einer Stufe, in der keine Schäden am Baukörper und an anderen, nicht zum Baukörper gehörenden Einrichtungen auftreten, wenn von einer Erdbebengefahr mit einer einheitlichen Überschreitungswahrscheinlichkeit von 10% in 50 Jahren ausgegangen wird. Dies entspricht einer Gefahr in einem Wiederholungszeitraum von 475 Jahren.  Die Erdbebengefahr ist normalerweise unter dem Begriff Erdbeben-Entwurfsgrundlage (DBE) oder Erdbebenentwurf für die Praxis bekannt.

2. Das Gebäude wurde für eine sofortige Belegung und für eine Erdbebengefahr mit einer einheitlichen Überschreitungswahrscheinlichkeit von 2% in 50 Jahren geplant. Dies entspricht einer Gefahr in einem Wiederholungszeitraum von 2,475 Jahren. Diese Erdbebengefahr ist unter dem Begriff Maximale Erdbebenberücksichtigung (MCE) bekannt. Die Planung einer standardmäßig auf festem Untergrund stehenden Konstruktion, die die strengen, oben angegebenen Leistungsziele im Falle eines Erdbebens erfüllt, ist unwirtschaftlich und nicht durchführbar; daher fiel die Entscheidung zugunsten eines Systems mit Fundamentisolierung aus. Das System der erdbebensicheren Fundamentisolierung mit Wärmeabstrahlung ermöglicht das Verschiebung/Dehnung der Fundamentgründungen des Gebäudes und erhöht wesentlich die effektive Dämpfung. Diese beiden Hauptmerkmale minimieren signifikant die auf das Gebäude einwirkenden Erdbebenkräfte und das Gegeneinanderverschieben der Überbaukonstruktion und verringern somit das Risiko von Schäden am Gebäude und an anderen nicht zum Gebäude gehörenden Einrichtungen. Pendelvorrichtungen mit Dreifachreibung wurden verwendet, um das größte, erdbebensichere Gebäude der Welt zu konstruieren. Im gesamten Plan sind 300 Pendelisolatoren mit Dreifachreibung verteilt. Zu beachten ist, dass die Dreifachreibungs-Pendellager, die für einen theoretischen Zeitraum von 3 Sekunden und eine Verschiebegrenze von 345mm geeignet sind, auf der Grundlage der Leistung und Kosten ausgewählt wurden. Die effektive Dämpfung, die auf die Isolatoren zurückzuführen ist, beträgt 38% bzw. bei  DBE- und MCE-Ereignissen 30%.

Konstruktionssystem
Das neue SGIA Terminalgebäude besteht aus einer Stahlkonstruktion mit einer Planabmessung von 160m x 272m und einer Gebäudegesamthöhe von ca. 32,5 m. Es verfügt über 4 Stockwerke und ein Erdgeschoss unterhalb der Isolierebene. Die normale Stockwerkshöhe beträgt 6 m im Erdgeschoss und 5 m in den oberen Stockwerken.

Das Schwerkraftsystem des Überbaus besteht aus Verbunddecken, Verbundstahlträgern und -stützen. Durch Stahlmomentrahmen mit versteiften horizontalen Rahmen hat der Überbau eine Widerstandskraft gegen seitliche Lasten. Die Spannweite beträgt 16 m in alle Richtungen. Alle Konstruktionsteile, wie Säulen und Stützen, wurden in Beton eingestellt. Platten wurden in entsprechende Formen geschnitten und angeschweißt, um die geforderten Konstruktionsbereiche herzustellen. Das Bodenstützgerippe besteht aus Stahlplatten der Güteklasse S235, die Stützen und Hauptstreben aus Stahlplatten der Klasse S355. Die Ausrichtung des Layouts für das Stützgerippe ändert sich in allen Hauptzellen (16 x 16 m), so dass alle Hauptstützen die gleiche Schwergewichtslast tragen. Der Rahmen für Treppen und Aufzüge unterhalb der Isolierebene wurde vom darüber liegenden isolierten Überbau abgehängt und damit verstrebt. Die Betondruckfestigkeit wurde mit 35 Mpa für Verbundstützen gewählt.

Das Dach besteht aus Leichtstahl mit längs verlaufenden Pfetten in einem Abstand von 8 m, die in Querrichtung verstrebt sind. Die Pfetten haben eine parabolische Form mit einer Tiefe von 12 m und 6 m und liegen flach nebeneinander.  Sie werden auf der Säulenoberseite alle 32 und 48 m durch Bolzen gestützt. Die Pfetten bestehen aus Rohrelementen in der Güteklasse S355. Ungleich verteilte Schneemassen wurden aufgrund der Dachform bei der Analyse berücksichtigt.

Insgesamt wurden 18.600 Tonnen Stahl für den Bau des neuen Terminalgebäudes des SGIA eingesetzt. ArcelorMittal Distribution Solutions – Rozak war der Hauptlieferant für einen Großteil der Stahlstützen und -platten in diesem Projekt.

Highlights der Konstruktionsphase
- Mai 2008: Baubeginn
- August 2008: Erste Stützenmontage vor Ort
- Oktober 2009: Offizielle Eröffnungsfeier

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